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Lies deinen Vertrag, bevor du mit irgendwem sprichst
Der häufigste teure Fehler beim Agenturwechsel passiert vor dem Wechsel: Creator kündigen mündlich, hören auf zu liefern oder starten parallel — und stehen dann in einem Vertrag, der Vertragsstrafen, Exklusivität oder eine Laufzeit von zwei Jahren vorsieht.
Bevor du irgendwo ein Gespräch führst, brauchst du vier Antworten aus deinem bestehenden Vertrag. Nicht aus der Erinnerung — aus dem Dokument.
| Frage | Wo es meistens steht |
|---|---|
| Wie lange läuft der Vertrag? | Laufzeit, Mindestlaufzeit, automatische Verlängerung |
| Wie kündige ich? | Kündigungsfrist, Form, Adressat |
| Bin ich exklusiv gebunden? | Exklusivität, Wettbewerbsverbot |
| Was gilt nach dem Ende? | Nachwirkung, Nutzungsrechte am Material, Accounts |
Findest du diese Punkte nicht oder verstehst du sie nicht — das ist kein Versagen, viele Verträge sind genau so geschrieben — dann ist eine Stunde bei einer Anwältin für Medienrecht die günstigste Investition dieses Jahres.
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Die fünf Klauseln, die später weh tun
1. Automatische Verlängerung
Läuft 12 Monate, verlängert sich um weitere 12, wenn nicht drei Monate vorher gekündigt wird. Wer das Fenster verpasst, sitzt ein weiteres Jahr fest. Trag dir das Kündigungsfenster als Termin ein, sobald du unterschreibst.
2. Nachvertragliches Wettbewerbsverbot
Verbietet dir, nach Vertragsende für andere zu arbeiten oder selbst weiterzumachen — teils über Jahre. Solche Klauseln sind nicht automatisch wirksam, aber solange niemand sie angreift, wirken sie abschreckend, und genau darauf zielen sie.
3. Rechteübertragung ohne Rückfall
Wem gehört das Material nach dem Ende? Wenn die Agentur umfassende und zeitlich unbegrenzte Nutzungsrechte hält, kann sie deine Inhalte weiterverwerten, während du längst weg bist.
4. Auszahlung über das Agenturkonto
Fließen die Einnahmen zuerst auf ein Konto der Agentur und von dort an dich, trägst du das Ausfallrisiko. Bei Streit ist dein Geld dort, wo du nicht drankommst.
5. Accountinhaberschaft
Steht der Account auf die Agentur oder auf dich? Wer nicht Inhaber ist, kann ausgesperrt werden — mit Followern, Inhalten und Umsatz.
Der Satz, der alles einfacher macht
Frag jede Agentur, mit der du sprichst: „Was passiert mit meinem Account, meinen Inhalten und meinen Followern, wenn ich nächsten Monat kündige?" Die Antwort trennt die seriösen von den anderen zuverlässiger als jede Hochglanzseite.
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Wie ein sauberer Wechsel abläuft
- Vertrag prüfen. Laufzeit, Frist, Exklusivität, Nachwirkung — schriftlich, nicht aus dem Gedächtnis.
- Kündigungstermin bestimmen. Rechne rückwärts von der Frist. Kündige schriftlich und lass dir den Eingang bestätigen.
- Zugänge sichern. Passwörter ändern kannst du erst nach Vertragsende — vorher kann das eine Vertragsverletzung sein. Aber notiere jetzt, welche Zugänge überhaupt bestehen.
- Material sichern. Alle Rohdaten, die du selbst produziert hast, lokal sichern.
- Erst dann verhandeln. Ein Gespräch mit der nächsten Agentur ist unproblematisch. Eine Zusage, solange du gebunden bist, ist es nicht.
Wir übernehmen niemanden aus einem laufenden Vertrag heraus. Das ist keine Zurückhaltung aus Höflichkeit: Wer dich zum Vertragsbruch verleitet, bringt dich in eine Lage, aus der er dich nicht mehr rausholen kann — und haftet dafür selbst mit.
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